Kommunale Wärmeplanung

Ziele und Aufgabe der kommunalen Wärmeplanung

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Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Plan, der soll helfen, den kosteneffizientesten und praktikabelsten Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung bis 2045 in Dingolfing zu finden. Der fertige Wärmeplan soll eine Orientierungshilfe für die Bürgerinnen und Bürgern darstellen, welche Heizmöglichkeiten bei ihnen in der Straße möglich sind.

Dies ermöglicht Bürgern, sich frühzeitig auf die geplanten Energiequellen einzustellen und entsprechende Investitionen zu planen. Es wird beispielsweise deutlich wo zukünftig Fernwärmeleitung verlegt werden oder wo primär Wärmepumpen genutzt werden können.

Wichtig: 

  • Der Wärmeplan gibt keine Auskunft darüber, was für den einzelnen Bürger die technisch und wirtschaftlich beste Option ist!
  • Er macht keine Vorschriften und hat keinen Einfluss auf die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes der Bundesregierung, sondern dient lediglich als Entscheidungshilfe.

 

Öffentliche Auslegung:

Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurde ein vorläufiger Endbericht erarbeitet. Gemäß § 13 Absatz 4 des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) wird der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung hiermit öffentlich ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Fachverbände sowie sonstige interessierte Stellen haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zu dem Entwurf zu äußern.

Eine Ausfertigung des vorläufigen Endberichts des Wärmeplans wird in der Zeit vom

23.03.2026 – 22.04.2026

in der Abteilung Klimaschutzmanagement der Stadt Dingolfing, Dr.-Josef-Hastreiter-Straße 2, 84130 Dingolfing, in Zimmer 33, während der allgemeinen Geschäftszeiten (Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr sowie Montag, Dienstag und Donnerstag von 14 Uhr bis 16 Uhr) öffentlich zur Einsichtnahme ausgelegt.

Stellungnahmen können bis zum 22.04.2026 schriftlich oder per E-Mail eingereicht werden an:

Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Kommunalen Wärmeplan unberücksichtigt bleiben können.

 

Ergebnisse 

Bestandsanalyse

In der Analyse wurden für das Stadtgebiet 5.580 Gebäude mit Informationen zu Gebäudetyp, Gebäudealter und Versorgungsart erfasst. Ein- und Zweifamilienhäuser machen dabei in etwa 95 % des Gebäudebestands aus. 

Es wurden ca. 4.980 Heizanlagen mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren erfasst und ungefähr die Hälfte der Heizungen sind älter als 20 Jahre. Es wird damit deutlich, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Heizungen getauscht werden müssen - idealerweise mit Umstieg auf erneuerbare Energien. 

In Dingolfing wurden 2022 insgesamt 745 GWh Energie zur Wärmebereitstellung verbraucht. Für die Ableitung von Maßnahmen zur Dekarbonisierung des Stadtgebiets ist jedoch vor allem der Wärmebedarf ohne die Industrie relevant. Dieser betrug im Jahr 2022 insgesamt 204 GWh und wurde zu circa 85% über fossile Energieträger gedeckt. Das hat einen jährlichen CO2-Ausstoß von circa 50.000 Tonnen CO2e zur Folge. Insgesamt zeigt sich nur bei den Energieträgern Optimierungspotential, sondern auch bei der Energieeinsparung. Ungefähr 60% aller beheizten Gebäude wurden vor 1986 gebaut und weisen damit deutliches Sanierungspotential auf. 

BildStadt Dingolfing
Ergebnis der Bestandsanalyse ohne Industrieanteil

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass im Jahr 2022 circa 33% der Gebäude mit Heizöl, 49% mit Erdgas und 2% über weitere fossile Energieträger beheizt werden. Der Anteil erneuerbarer Energien ist vor allem auf das Wärmenetz mit 10% sowie Biomasseheizungen mit 3,5% und Wärmepumpen mit 1,5% zurückzuführen. 

 

BildStadt Dingolfing
Verteilung Endenergieverbrauch für Wärme nach Gebäudetyp, Sektor, Energieträger und Anwendungsbereich - ohne Industrie
 
Potentialanalyse

Diese Analyse gibt einen Überblick über das Potenzial zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien und zur Reduktion des Wärmebedarfs. Dabei wurden verschiedene Energiequellen, wie Geothermie, Biomasse, Abwärme aus Industrie, Abfall und Abwasser, Wasserstoff und Umweltwärme (für Wärmepumpen) sowie Energieeinsparpotentiale untersucht. 

Insgesamt zeigen sich insbesondere bei Biomasse, Solarthermie, Umweltwärme und Wasserstoff ausreichend große technische Potentiale, um den gesamten Energiebedarf im Stadtgebiet zu decken. Der Anteil von Wasserstoff ist hier besonders hoch, da dieser insbesondere für die Industrie vor Ort benötigt wird. Für den privaten Bereich spielen hingegen Biomasse (=Fernwärme, Pelletheizung, ...) und Umweltwärme (=Wärmepumpen) eine größere Rolle. 

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Zielszenario

Gemäß § 17 WPG wurden drei Entwicklungsszenarien erstellt. Diese basieren auf dem Ist-Zustand der Bestandsanalyse und den Ergebnissen der Potenzialanalyse. Unter Einbindung relevanter Stakeholder wurde daraus das maßgebliche Zielszenario abgeleitet und das Stadtgebiet in verschiedene Versorgungsgebiete eingeteilt:

 

Einteilung in Versorgungsgebiete 
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Umsetzungsstrategie

Nachdem die Eignung der Teilgebiete bestimmt wurde, erfolgte die Überführung der Ergebnisse in eine strategische Planung. Die Strategie umfasst Maßnahmen zur Umsetzung der empfohlenen Wärmeversorgungsarten.

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Auftakt und Förderung

Auftakttreffen mit ESB, eta Energieberatung und PwC
Auftakttreffen mit ESB, eta Energieberatung und PwC

Zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung hat die Stadt Dingolfing einen Förderung in Höhe von 90% bei der Bundesgesellschaft ZUG beantragt und bewilligt bekommen. 

Der Auftrag zur Erarbeitung der kommunalen Wärmeplanung wurde im Oktober 2024 an ein Konsortium aus Energie Südbayern GmbH (ESB), der eta Energieberatung und der PwC vergeben. Damit konnten drei starke Partner für die Erarbeitung des kommunalen Wärmeplans gewonnen werden. Die ESB ist als regionaler Partner vor Ort bestens vernetzt und bereits mit den Stadtwerken Dingolfing in der Gasversorgung Dingolfing verbunden. Die eta Energieberatung hingegen hat den Transformationsplan für die Erweiterung des Fernwärmenetzes erstellt und damit einen detaillierten Einblick in die Situation vor Ort erhalten. Die PwC bringt als Global Player zusätzliche Expertise mit in das Projekt. 

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